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Hat der Fachhandel Chancen gegen Internet-Versandhäuser?
Posted by: Charley Collins in KMU on Februar 6th, 2009
Im besprochenen Artikel aus dem Standpunkt wurde Niggi Albrecht aus Gelterkinden zitiert. Niggi Albrecht ist der “Big-Boss” des Ladens Foto Albrecht Gelterkinden. Ich zitiere aus dem Artikel:
Wenn wir nichts mehr verdienen, hingegen die Gratis-Beratung und den Kundenservice sicherstellen dürfen, dann muss sich der Fachhandel ernsthaft überlegen, ebenfalls einen «Online-Shop» zu eröffnen, in dem allerdings zu Dumping-Preisen Lehrstellen angeboten werden, die – wie früher – von den Eltern bezahlt werden.
Ich kann verstehen, dass es frustriert, wenn immer mehr Kunden nicht mehr ins Geschäft kommen, sondern ihre Artikel im günstigeren Internet kaufen. Bisher hatte man ja in Gelterkinden den Heimvorteil, für in die günstigen Discounter wie Media-Markt usw. musste jedermann/frau in die Stadt fahren. Aber jetzt liefert die Billig-Konkurrenz bis vor die Haustür, der Heimvorteil schmilzt dahin.
Noch sind die Felle nicht davon geschwommen, lieber Herr Albrecht (stellvertretend für alle KMU-Ladenbesitzer mit ähnlichen Problemen). Wie so viele Dinge bringt das Internet für kleine Firmen nicht nur Schaden, sondern auch Chancen.
Die Zeiten ändern sich, so das Verhalten der (jungen) Kunden und Interessenten auch. Junge Menschen kommunizieren intensiv mit den modernen Informationsmitteln wie Handy oder Internet. Die Verbindung zu Freunden und Kollegen erfolgt nicht nur im persönlichen Kontakt, sondern zu jeder Zeit über SMS oder Internet-Plattformen wie Facebook oder Festzeit.
Der Griff zum Internet wird zum Dauerzustand und ohne Information aus dem Netz läuft nix. Schnelle Information, den warten will niemand, das nächste SMS wartet schon. Die dauernde elektronische und soziale Vernetzung ist hoch, die Bereitschaft, dem eigenen Netzwerk zu glauben auch.
Hier liegt die Chance für KMU-Fachhändler. Sie müssen zu den Netzwerken Ihrer (zukünftigen) Kunden werden. Sie als Person, nicht als Firma. Zeigen Sie Engagement für die Belange und Bedürfnisse der Jungen. Nehmen Sie die Kommunikation auf. Wenn Sie vor dem Kauf der Mann für Foto-Know-How sind, dann werden Sie auch der Erste sein, der vom Kauf erfährt.
Am Schluss noch ein paar Does and Dont’s:
- Zeigen Sie im Internet, wie man die richtige Kamera für sich findet. Die persönlichen Tips können Sie ja per Mail oder im Laden geben. Seien Sie offen. Erklären Sie den Leuten, warum Sie mehr Kosten als Online-Händler. Erklären Sie auch, warum es besser ist, bei Ihnen zu kaufen. Wenn Ihnen geglaubt wird, dann werden Sie das am Umsatz bemerken! Junge Menschen sind nur jung und wissen noch nicht so viel, sie sind aber nicht doof!
- Behandeln Sie jeden jungen Menschen im Internet oder im Laden, wie wenn er der Sohn ihres besten Freundes wäre. Nicht so wie in einem bekannten Fotofachgeschäft in Basel, bei dem ich mir immer wie ein Idiot vorkomme, wenn ich eine Frage stelle. Zeigen Sie, dass sie offen sind für Fragen, die über den Kauf hinaus gehen.
- Werden Sie zum guten Onkel für Fotografie in Gelterkinden. Sei machen einen offenen Eindruck auf den Fotos ihre Webpage. Bieten Sie pro Jahr 2-4 Gratis-Nachmittags-Miniseminare für Jugendliche an Ihrem Ort. Themas für Fotointeressierte wissen Sie sicher am Besten. Dort treffen Sie Ihre zukünftigen Kunden und lernen Sie kennen. Als Kenner und Könner erhalten Sie dabei automatisch Zugang zu den (online) Netzwerken der Jungen.
- Machen Sie Ihre Website persönlich. Zeigen Sei sich als Person. Zeigen Sie, warum es besser ist, bei allen Fotobelangen zu Ihnen zu kommen. Leztendlich ist bei Jungen der soziale Aspekt noch wichtiger als bei uns Älteren.
- Entfernen Sie Menu-Punkte auf Ihrer Webseite, die auf nichts zeigen. Nichts ärgert Surfer mehr, als eine unnötige Betätigung eines Links: Beispiel 1, Beispiel 2 Kein Menu mit Occasionen, wenn Sie keine zu verkaufen haben!!! Verlinken Sie die leeren Seiten einer Oberkategorie so, dass man direkt auf der ersten Unterkategorie landet. Mit einem CMS wie Joomla ist das kein Problem.
- Scheiben Sie einen Blog mit Tips für Fotografen und solche, die es werden wollen.
- Lesen Sie sich durch Blogs zu Ihrem Thema und auch betreffend der Zukunft von Ladenbesitzern. In Japan sind Handy-Barcodes schon fast Tagesgeschäft. Was haben Sie als Ladenbesitzer denn für Möglichkeiten? Sehen Sie sich mal diesen (leider nur englischen) Video an: ScanLife 2D Barcode Overview. Jetzt haben Sie noch die Chance, hier zum Trendsetter zu werden!
- Geben Sie die Möglichkeit von Social Bookmarks auf Ihrer Seite, wenn Sie interessante Informationen haben.
Jeder junge Mensch, den Sie von sich überzeugen können, wird zu ihrem Vermittler in seinem Netzwerk. Hier liegt Ihre grosse Chance der Zukunft. Erfinden Sie ihr Geschäft neu!
Wwwunderschöne Grüsse
Charley Collins
Online-Shopping: Trau - schau wem!
Posted by: Charley Collins in eShop on Februar 6th, 2009
Mit dem Untertitel “Via Internet einkaufen – oder doch lieber den Fachhandel berücksichtigen?” beschreibt Edi Borer im Standpunkt der Wirtschaft, der offiziellen Publikation der Wirtschaftskammer Baselland, seine Erfahrungen bei der Bestellung eines Artikels im Internet. Er wollte ihn aus Zeitgründen im Internet bestellen und wartete dann viel länger, als er erwartet hatte.
Seine Schlussfolgerungen:
Fazit 1: Aus den ursprünglichen sehr günstigen Softwarekosten von 163.75 ist inzwischen die stolze Summe von Fr. 196.55 angewachsen.
Edi Borer hat den Shop über eine Preissuchmaschine gefunden. Zuerst zurück zu gehen und die Kosten beim nächst teuereren zu überprüfen, hätte wenig Zeit und weniger Energie gekostet, als sein Ärger.
Fazit Nr. 2: Die Software ist bestellt und bezahlt, auf die Lieferung kann ich – gemäss Mail des Lieferanten – bis zu rund 20 Tage oder noch länger warten.
Ich lese immer die AVB und Versandbedingungen, bevor ich das Häckchen “ich habe sie gelesen” anklicke. Wenigstens die wichtigsten Punkt, die da sind: Rückgaberecht, Lieferbedingungen, Garantiebesimmungen. Es ist mir auch schon passiert, dass ein vermeintlich lieferbarer Artikel nicht an Lager war. Ich konnte bisher alle diese Bestellungen problemlos stornieren. Eine Bestellung bei einem Lieferanten ohne Rücktrittsrecht bei Lieferverzögerung führe ich nicht durch!
Fazit Nr. 3: Hätt ich gewusst, was «online» auf mich zukommen würde, ich hätte gleich bei meinem Fotofachhändler bestellt, Vertrauensverhältnis und wertvolle Beratung inbegriffen.
Da kann ich nur zustimmen. Es gilt jeweils abzuschätzen, ob dass das Risiko der Onlinebestellung, vor allem wegen Garantiefällen, eine Preisvorteil von CHF 31.45 (in diesem Fall) aufwiegt.
Fazit Nr. 4: Die Software ist inzwischen eingetroffen – im teuren «Priority-Modus» erst acht Tage nach der Bestellung.
Fazit Nr. 5: Wenn schon Online-Shopping, dann bitte gerade in der Schweiz auf einem insgesamt seriöseren, professionelleren und vor allem kundenfreundlicheren Niveau.
Ich mache seit Jahren Internetbestellungen. Ich bin bisher immer gut gefahren dabei. Es gilt dabei, einen gewissen kritischen Blick auch im Internet nicht zu verlieren. Die meisten Menschen kaufen in der Schweiz auf keine teuren Uhren bei einem Strassenhändler mit schmutzigen und zerrissenen Kleidern. Finger weg von dubiosen Seiten mit dubiosen Adressen. Es gibt ausländische, zum Teil unseriöse Händler, die mit einer Schweizer Webadresse aufwarten. In den Vertragsbestimmungen ist das aber alles ersichtlich!
Lieber Edi Borer
Es ist schön, dass Sie für den KMU-Fachhandel eine Lanze brechen wollen. Aber indem man die Leute mit dem Internet-Einkauf erschreckt, ist niemandem gedient. Es gibt auch schon heute genug KMU, die vom Internet leben.
Sinnvoller wäre meiner Meinung nach, wenn Sie mehr darauf eingegangen wären, wie man sicherer im Internet einlaufen kann.
Oder als Hilfe für den KMU-Fachhandel: Wie kann ein Fotoladen in Gelterkinden dank dem Internet besser überleben?
Wwwunderschöne Grüsse
Charley Collins












